Du setzt dich dezent in die Mitte des
Zugwagons,
wenn es auseinander bricht wird es dich
zuerst treffen.
Du bist der Erste auf dem Bahngleis,
wenn der Zug einrollt, wirst du der erste
darunter sein.
Du bist der Letzte, der die Stadt verlässt
wenn die Bombe hochgeht, wirst du inmitten
der Leichen sein.
Denn du bittest deine Engel um eine
Auszeit,
du betest den Göttern um ein bisschen
Einsicht zu.
Du lädst die Dämonen zum Spiel ein,
denn insgeheim hoffst du auf das unendliche
Seelenheil,
das dir vor siebenhundert Jahren
versprochen wurde.
Du beobachtest die Ambulanz und merkst dir
ihren Weg,
wenn die Sirene hochgeht über den Köpfen
erschallt, wirst du zur Stelle sein.
Du phantasierst über Brücken und Hochhäuser
und deren Luftzug,
wenn du dich runterstützt und deine Flügel
ausbreitest, soll dich kein Windstoss retten.
Denn du bittest deine Macher um eine
Verschnaufpause,
du gehst nicht auf die Knie für Mitgefühl
oder Sternenstaub,
du lässt dich fallen in ein Meer aus Wehmut
und Angst,
denn heimlich und stillschweigend hoffst du
auf Schall und Rauch,
Asche auf deinem Haupt für sieben
Jahrzehnte von nun an.
Du hoffst, denn du glaubst,
du bleibst, denn du frierst,
du gehst, denn du hast,
du siehst, denn du bist,
du hörst, denn du lügst,
du fühlst, denn du bereust,
du atmest, denn du lebst,
du fliegst, denn du springst,
du wirst, denn du warst,
du stirbst, denn du starbst.
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