Ich hab ein Haus gebaut, für mich und meine Welt,
Es ist riesig gross, hat massive Wände aber keine Fenster,
massive Türen aber keinen Weg raus;
wer einmal drinn ist, wird nicht mehr so schnell verschwinden.
Daher weiss ich nicht, ob ich dich hier will.
Meine Zimmer sind vollgestopft mit Ideen,
meine Ecken dekoriert mit Stacheln meiner Pflanzen,
meine Geparde sind mit Schweinen eingepfercht,
meine Mäuse rennen mit Geldscheinen herum.
Ich weiss nicht, ob dies ein Platz für dich ist.
Ich weiss auch nicht, ob dieser Platz dich will.
Meine Küche ist übersäht mit Kieselsteinen,
die ich jeden Tag mit mir rumtrage und im Haus verteile,
meine Schränke sind voll von Zeichnungen alter Tage,
als dieses Haus noch nicht mir gehörte.
Die Geister fliegen im Keller herum,
der Estrich ist voller Spinnen und Musik,
mein Badezimmer hält diese kleine Welt am Leben,
füttert sie mit was immer ich durch ihre Leitungen lasse,
um es in den andern Zimmern wieder auszuspucken.
Ich hasse mein Haus, jedes Zimmer darin
erscheint mir gross und leer und wird doch jeden Tag
aufs neue wieder ausgefüllt mit Zeit die ich nicht hab.
Und nach all den Jahren, in denen du hier warst,
schicke ich dich weg, drehe ich mich fort von hier,
denn dieses Haus, ja, dieses Haus gehört nicht mir.
9. Mai 2010
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